Besuch vom Jugendrat im Stadtrat
Am Donnerstag, den 17. Juni, um fünf Uhr begann wie jede Woche die Stadtratssitzung, doch im Rathaus sassen dieses mal nicht nur die „alten“ Politiker, sondern auch sechs Jugendliche aus dem Berner Jugendrat.
Diese sollten zu drei Traktanden eine kleine Rede halten und so ihre Meinung (oder auch die der Berner Jugend) kundgeben. Doch bevor es dazu kam, wurde das aktuelle Thema Rentenalter der Stadtangestellten sehr angeregt diskutiert. Auf Grund dieses Themas war die Tribüne gut gefüllt, die Stimmung jedoch sehr aufgeheizt, Erich Hess wurde laut ausgebuht und –gepfiffen...
Nachdem dieses Thema, so schien es, ohne Ende diskutiert wurde und es dann aber doch irgendwann zu der lang erwarteten Abstimmung kam, leerten sich die Tribüne und verwunderlicherweise zum Teil auch die Sitze im Stadtrat. Es hat mich sehr erstaunt wie sehr die Aufmerksamkeit abnahm, nachdem das Thema zugegebenermassen nicht mehr sooo spannend war. Die StadträtInnen liefen im Saal umher oder verliessen ihn, lasen Zeitung, chateten auf Facebook, spielten auf ihrem Laptop Schach oder schauten sich gar einen Fussballmatch an.
Das erste Traktandum, bei dem der Jugendrat mitreden sollte, war: “Wo bleiben die autofreien Tage und der Slow-up im 2010?“ Marigona Isufi (Präsidentin des Jugendrates) kam gleich als Zweite dran und hielt eine Rede nach dem Moto, klein(kurz) aber fein. (Nach diesem Moto sollten auch gewisse StadträtInnen ein bisschen mehr gehen...). Die autofreien Tage, wie auch der Slow-up, wurden schon genehmigt, jedoch noch nicht umgesetzt... Marigona vertrat die Meinung, dass dies jetzt endlich getan werden muss und ein Gewinn für die Stadt Bern wäre.
Nach der Pause hat Urs Frieden (Stadtratspräsident) die zwei anderen Themen, bei denen der Jugendrat mitreden sollte, vorgezogen, da wir sonst wahrscheinlich um Mitternacht noch im Rathaus gewesen wären. Bei beiden Traktanden ging es um den Bahnhof. Beim ersten um die Veloparkplätze um den Hauptbahnhof, beim zweiten um Verbesserungen der Wegbeziehungen für Fussgänger auf dem Bahnhofplatz... Als wir dann auf dem Weg nach draussen waren, kam uns noch eine Stadträtin entgegen, sie sagte: „Das habt ihr gut gemacht“, und ein bisschen leiser merkte sie an, „besser als viele Erwachsene...“










