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Occupy Bern

12.12.11 11:17

Von: Nadia Hamouda

Der 11.11.11 war ein besonderer Tag, Migros hatte 11% und hundert Menschen heirateten. Spätestens, wenn man kurz vor 12 Uhr mittags am Bundesplatz in Bern vorbeispazierte, wurde einem klar, dass dieser Freitag kein alltäglicher Freitag war. Ungefähr 50 Menschen schliefen bei lauter Musik auf dem Boden und überall waren Plakate mit Occupy-Sprüchen aufgestellt.

 

Rund um den Platz standen einige Schaulustige und amüsierten sich über den eher kuriosen Anblick.  Drei mir bekannte Mädchen kamen plötzlich angerannt und legten sich zu der Gruppe auf den Boden. Ich gesellte mich zu ihnen und gemeinsam warteten wir darauf, was als nächstes geschehen würde. Plötzlich, wie auf ein geheimes Zeichen, sprangen alle auf und fingen an zu Schreien und hoben ihre Plakate hoch. Eine junge Frau fragte uns für ein Foto und erklärte, warum Occupy Bern so wichtig war.

Die Occupy-Bewegung stellt sich gegen die Grossbanken, aber auch gegen andere grosse Betriebe, welche Geld einsacken und sich unmoralisch verhalten. Als Beispiel wurde uns H&M genannt, die ihre Kleidung unter schlechten Bedingungen produzieren lassen, um es möglichst billig zu verkaufen. Dabei steht natürlich der Gewinn im Vordergrund. Bei den Banken ist es inakzeptabel, dass einer Millionen verdient und der andere knapp Hunderttausend.  Gegen all das muss etwas unternommen werden und dafür steht Occupy.

In Bern sind es nur wenig Menschen, die bei der Bewegung beteiligt sind. In Zürich sind es Tausende. Das sei auch der Grund, warum es in Bern noch nichts Regelmässiges gab. Aber das soll sich von nun an ändern. „Wir haben bisher Zürich unterstützt, doch jetzt möchten wir auch in Bern etwas grösseres starten. Wir haben vor, jeden Samstag auf dem Bundesplatz zu campen. Dafür versuchen wir mehr Menschen auf uns aufmerksam zu machen“, meinte die Fotografin. Mit etwas mehr Werbung könnte somit auch aus Occupy Bern etwas werden. Vielleicht werden wir bald dank der Occupy-Bewegung in einer gerechten Welt leben, mit weniger Armut und mehr glücklichen Menschen.

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